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Selbständiger Buchhalter und seine Befugnisse

Um als selbständiger Buchhalter tätig sein zu dürfen, muss man eine abgeschlossene kaufmännische Berufsausbildung oder eine gleichwertige Vollausbildung nachweisen können. Darüber hinaus muss man mindestens 3 Jahre mit jeweils 16 Wochenstunden im Bereich der Buchhaltung tätig gewesen sein. Sind diese Voraussetzungen gegeben, darf man ein Gewerbe als selbständiger Buchhalter anmelden. Kunden sind kleinere und mittlere Unternehmen. Ein selbständiger Buchhalter erhält die den kleinen und mittleren Unternehmen als lästig erscheinende Arbeit übertragen. Auf Neudeutsch heißt dieser Vorgang. „Outsourcing“. Für viele Unternehmen lohnt es sich, wenn ein selbständiger Buchhalter für sie tätig wird, denn dieser ist in der Regel billiger als ein fest angestellter Mitarbeiter. Ein selbstständiger Buchhalter darf Schreib- und Rechenarbeiten vornehmen. Datenerfassung darf ein selbständiger Buchhalter vornehmen. Das heißt, er darf Buchungsanweisungen, die vorher vom Auftraggeber erteilt worden sind, auf Datenträger übertragen. Auch Datenzusammenstellungen nach vorgegebenen Programmen darf ein selbständiger Buchhalter vornehmen. Die Kontierung von Belegen und die Erteilung von Buchungsanweisungen sind nach Gesetz steuerberatende Tätigkeiten, die ein selbständiger Buchhalter nicht vornehmen darf.
 

Im einzelnen darf ein selbständiger Buchhalter folgende Tätigkeiten ausführen:


Er darf laufende Geschäftsvorfälle durch Grundaufzeichnungen, nämlich Aufstellung der Eingangs- und Ausgangsbelege erfassen, das Kassenbuch führen, Bankauszüge nach Konten getrennt abheften. Ein selbständiger Buchhalter darf laufende Geschäftsvorfälle durch Bildung von Buchungssätzen buchen, die Daten zum Zwecke der EDV-Buchführung außer Haus nach vorgegebenem Kontenplan erfassen. Er darf die notwendige technische Zusammenstellung der Jahresabschlusszahlen und die betriebswirtschaftliche Auswertung des Zahlenmaterials in Form von Kennzahlen vornehmen. Ein selbständiger Buchhalter darf steuerrechtlich relevante Hilfeleistung bei der Einrichtung der Buchführung gewähren, z.B. dadurch, dass er bei der Wahl des Buchführungssystems, der zu benutzenden Geräte, der Art und Weise der Belegübernahme oder des Ausdrucks des Buchführungsergebnisses berät. Ein selbständiger Buchhalter darf laufende Lohnabrechnungen und Lohnsteuervoranmeldungen nach § 6 Abs. 4 StberG fertigen. Das Outsourcing spart dem übertragenden Unternehmen Sozialabgaben und ggf. auch die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Mutterschutz, Urlaubsgeld oder andere Personalaufwendungen. Ein selbständiger Buchhalter notiert die finanziellen Transaktionen von Unternehmen, prüft diese und bilanziert die Geschäftsvorfälle bzw. bereitet den Jahresabschluss vor. Ein Buchhalter besitzt häufig eine kaufmännische Ausbildung, die als Bedingung für eine feste Anstellung gilt; wobei die Berufsbezeichnung selbst kein geschützter Titel ist und daher jeder als selbständiger Buchhalter fungieren darf. Der Gesetzgeber fordert daher allgemein von Personen, die Dritten ihre Hilfe in steuerlichen Angelegenheiten anbieten, gem. § 6 Nr. 4 StBerG folgende Bedingungen: Eine kaufmännische Ausbildung (z. B. Geprüfte Kaufmanns- und Fachgehilfen, Steuerfachangestellte, Bilanzbuchhalter oder auch ein wirtschaftswissenschaftliches Studium, etc.) und eine dreijährige, praktische Arbeitszeit auf dem Gebiet des Buchhaltungswesens. Die numerischen Daten und Fakten der finanziellen Geschäftsvorgänge bereitet ein selbständiger Buchhalter vor und werden von ihm an die entsprechende Controlling Stelle eines Unternehmens übergeben. Das bedeutet, dass ein selbständiger Buchhalter unter anderem die Einrichtung der Buchführung übernimmt. Dazu erstellt er einen betrieblichen Kontenrahmen.

Weiterhin überwacht ein selbständiger Buchhalter die vorbereitenden Abschlussbuchungen und regelt deren Vornahme. Entscheidend für das Unternehmen, aber auch für die Steuerprüfung des Finanzamtes, ist die Erstellung der Gewinn- und Verlustrechnung (Bilanz) eines Geschäftsjahres, -welche ein selbständiger Buchhalter erstellen; jedoch nicht auswerten soll! Dazu muss er die Anwendung der EDV zum Zwecke der umfassenden Aufzeichnung beherrschen. Ein weiterer Tätigkeitsbereich ist die Anfertigung von Lohnabrechnungen; und schließlich übernimmt ein selbständiger Buchhalter die Anfertigung und Anmeldung der Lohnsteuer beim zuständigen Finanzamt. Erst mit Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter kann ein selbstständiger Buchhalter auch eine staatliche Anerkennung vorweisen. Dabei ist der Gesetzgeber dem staatlichen Bilanzbuchhalter gegenüber sehr zurückhaltend eingestellt, da, anders als in Österreich oder in der Schweiz, ein selbständiger Buchhalter mit der staatlichen Anerkennung zum Bilanzbuchhalter keine Buchführung einrichten und keinen Jahresabschluss aufstellen darf. Der Bundesverband selbständiger Buchhalter und Bilanzbuchhalter mit über 11 000 Mitgliedern unterstützt und informiert mit aktuellen Informationen und wäre gerade einem selbständigen Buchhalter eine wichtige Hilfe.