Hotline 0 341 - 46 39 250  |  Buchhaltung Leipzig  |  kostenlose Erstberatung

Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG

Eine gewinnmindernde Rücklage wird als Investitionsabzugsbetrag bezeichnet, wenn für ein in Folgejahre (bis max. 3 Jahre) anzuschaffendes Wirtschaftsgut in das Betriebsvermögen eingelegt werden soll. Durch die Unternehmensreform 2008 wurde die alte Ansparabschreibung nach § 7g EStG modifiziert und neu als Investitionsabzugsbetrag steuerrechtlich geregelt. Der Investitionsabzugsbetrag bewirkt lediglich eine Steuerstundung durch die Steuerentlastung im Jahr der gewinnmindernden Bildung der Rücklage. In späteren Jahren ist die Auflösung der Rücklage bei Nichtanschaffung des Wirtschaftsguts zusätzlich noch zu verzinsen. Daher empfiehlt man bei nicht ernsthafter Investitionsabsicht von der Rücklagenbildung abzusehen. Der gravierende Unterschied zwischen der Ansparabschreibung (altes Recht) und dem Investitionsabzugsbetrags ist, das steuertechnisch der Investitionsabzugsbetrag außerhalb der Steuerbilanz bzw. Einnahme- Überschussrechnung (§ 4.3 EStG) berücksichtigt werden muss. Die gewinnmindernde Abschreibung für noch nicht angeschaffte Wirtschaftsgüter darf also nicht mehr innerhalb der Bilanz gebildet werden. Die Änderungen für die Anwendung des neu geregelten § 7g EStG (Investitionsabzugsbetrag) ergeben sich für Jahresabschlüsse ab dem Jahr 2007.
 

Der neue Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG hat folgende steuerrechtliche Voraussetzungen:

  • Anspruchsberechtigte:  Gewerbetreibende, Freiberufler, selbständige Tätigkeit, Betriebe der Land- und Forstwirtschaft
  • Gewinnermittlung (Bilanz) bei Betrieben nach § 4.1 oder 5 EStG: Betriebsvermögen im Abzugsjahr nicht mehr als 235.000 Euro
  • Betriebe der Land- und Forstwirtschaft: Wirtschaftswert oder Ersatzwirtschaftswert nicht mehr als 125.000 Euro
  • Gewinnermittlung nach § 4.3 EStG (Einnahmen-Überschuss-Rechnung): Gewinn ohne Berücksichtigung des Investitionsabzugsbetrags darf 100.000 Euro nicht übersteigen
 
Der Umfang der Begünstigung einer gewinnmindernden Rücklage beträgt max. 40% der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsguts. Der Investitionsabzugsbetrag wird für abnutzbare bewegliche und gebrauchte Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens gewährt. Der Höchstbetrag für alle Rücklagen der voraussichtlichen Investition von Wirtschaftsgütern des Anlagenvermögens darf im Jahr der Bildung 200.000 Euro nicht übersteigen. Dem Finanzamt gegenüber muss das anzuschaffende Wirtschaftsgut benannt werden. Eine Investitionsrücklage für einen anzuschaffenden Firmen-PKW setzt voraus, dass dieser nach Anschaffung und Einführung in das Betriebsvermögen zu mindestens 90% betrieblich genutzt wird. Aufzeichnungen in Form von Fahrtenbüchern sind notwendig, um der Finanzverwaltung die Nutzung glaubhaft darzulegen. Das Wirtschaftsgut muss ausschließlich bis zum Ende des Folgejahres nach der Bildung der Rücklage betrieblich genutzt werden (2 Jahre). Die Rücklage muss im Jahr der Anschaffung des Wirtschaftsguts aufgelöst werden, spätestens 3 Jahre nach Bildung der Rücklage. Sollte das Wirtschaftsgut nicht nach 3 Jahren der Bildung der Rücklage angeschafft werden, muss die Gewinnminderung im Ursprungsjahr berichtigt werden. Steuerbescheide sind entsprechend zu berichtigen. Eine zusätzliche Verzinsung von 0,5% pro Monat ist gewinnerhöhend zu buchen (6% pro Jahr). Die Zinsberechnung beginnt ab dem 15. Monat nach Ablauf des Investitionsjahres.